Eizellspende einfach erklärt – Fragen und Antworten

Vielleicht bist du zum ersten Mal mit dem Thema Eizellspende in Berührung gekommen – oder du hast davon gehört und möchtest besser verstehen, worum es dabei geht. Auf dieser Seite findest du Antworten auf häufige Fragen rund um die Eizellspende, die rechtliche Situation und das Leben von Familien, die diesen Weg gegangen sind. Wenn wir auf dieser Seite von Familien sprechen, meinen wir alle Lebensformen mit Kindern – unabhängig davon, ob Eltern verheiratet oder unverheiratet sind oder ob ein Kind bei einer Solo-Mutter aufwächst.


Was ist Eizellspende?

Eizellspende ist das Pendant zur Samenspende. Dabei spendet eine Frau ihre Eizellen, die mit dem Samen des Wunschvaters oder eines Samenspenders befruchtet werden. Die daraus entstehenden Embryonen – meist etwa fünf Tage nach der Befruchtung (Blastozystenstadium) – werden in der Regel zunächst kryokonserviert (tiefgefroren) und anschließend der Wunschmutter eingesetzt.


Warum gibt es Eizellspende?

Eizellspende kann für Menschen eine Rolle spielen, wenn eine Schwangerschaft mit eigenen Eizellen nicht möglich ist. Die Gründe dafür sind vielfältig. Dazu gehören zum Beispiel:

  • verfrühte Wechseljahre
  • Krebserkrankungen oder medizinische Behandlungen
  • das Alter
  • wiederholte Fehlgeburten
  • oder ungeklärte Ursachen

Diese Gründe kennen wir auch aus den Gesprächen mit Familien in unserem Netzwerk. Jede Frau und jedes Paar, das sich für diesen Weg der Familiengründung entscheidet, legt einen langen, schwierigen Weg zurück – vor und nach der Behandlung.
Der Verein will dazu beitragen, das gesellschaftliche Bewusstsein für die Herausforderungen der Familien nach Eizell-/ Embryonenspende zu steigern. Das gilt für den Umgang mit der Eizell-/ Embryonenspende innerhalb und außerhalb der Familie. 


Ist Eizellspende in Deutschland erlaubt?

Nein. In Deutschland ist die Eizellspende derzeit nicht erlaubt. Das bedeutet, dass Ärztinnen und Ärzte diese Behandlung hier nicht durchführen dürfen. Auch eine Beratung zum Ablauf ist rechtlich eingeschränkt.


Darf ich trotzdem ein Kind nach Eizellspende bekommen?

Ja. Frauen, die eine Eizellspende im Ausland durchführen lassen und anschließend ein Kind bekommen, machen sich in Deutschland nicht strafbar. Diese Unterscheidung ist vielen nicht bekannt und führt häufig zu Unsicherheiten. Das ist problematisch, weil es dazu führen kann, dass Familien ihre Kinder nicht aufklären.


Warum ist Eizellspende in Deutschland verboten?

Die gesetzlichen Regelungen gehen im Wesentlichen auf das Jahr 1990 zurück. Damals wurde die Eizellspende vor allem aus zwei Gründen verboten:

  • aus Sorge vor einer sogenannten „gespaltenen Mutterschaft“
  • weil die medizinischen Risiken für Spenderinnen nicht ausreichend eingeschätzt werden konnten

Was weiß man heute darüber?

Erfahrungen aus Ländern, in denen Eizellspende seit vielen Jahren praktiziert wird, zeigen:
Entscheidend ist weniger die Entstehungsform selbst, sondern der Umgang damit. Eine offene und altersgerechte Aufklärung hilft Kindern, ihre Geschichte gut zu verstehen und in ihr Selbstbild zu integrieren. Gleichzeitig kann das Verbot in Deutschland dazu beitragen, dass Familien weniger offen mit dem Thema umgehen. Genau das kann Unsicherheiten verstärken. Auch die medizinischen Verfahren sind heute deutlich besser erforscht und in der Reproduktionsmedizin etabliert.


Wie häufig kommt Eizellspende vor?

Auch wenn es keine offiziellen Zahlen gibt, gehen Fachleute davon aus, dass bereits mehrere zehntausend Kinder in Deutschland aus Eizellspende hervorgegangen sind. Das bedeutet: Es ist gut möglich, dass es auch in deinem Umfeld Familien gibt, die diesen Weg gegangen sind – auch wenn das Thema oft nicht sichtbar ist.

Im Jahr 2014 wurden europaweit 56.516 Patienten mit Eizellspende (EZS) behandelt. Für deutsche Frauen liegen keine Zahlen vor. Jedoch gehen Experten davon aus, dass 1-2 % aller Frauen unter 40 Jahren keine oder nicht genügend Eizellen haben, um schwanger zu werden. [aus dem Leopoldiner 2019, Fortpflanzungsmedizin in Deutschland – für eine zeitgemäße Gesetzgebung].


Warum gehen viele Familien ins Ausland?

Da die Eizellspende in Deutschland nicht erlaubt ist, lassen viele Familien die Behandlung in anderen europäischen Ländern durchführen. Das bedeutet, dass die Familiengründung außerhalb des deutschen Rechtsrahmens stattfindet – mit unterschiedlichen Regelungen und Rahmenbedingungen.


Welche Unterschiede gibt es in Europa?

Je nach Land gelten unterschiedliche Regelungen, insbesondere in Bezug auf die Rechte der Kinder. Man unterscheidet zum Beispiel:

  • Anonyme Spende
    Das Kind kann die Spenderin nicht kennenlernen.
  • Offene Spende
    Das Kind kann später Informationen über die Spenderin erhalten.
  • Bekannte Spende
    Die Spenderin ist der Familie bekannt – zum Beispiel eine Schwester, eine Freundin oder die Ehefrau/Partnerin in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung.

Diese Unterschiede können für Familien eine wichtige Rolle spielen. Auf dieser Seite beziehen wir uns vor allem auf die Form der Eizellspende, bei der die Spenderin der Familie nicht bekannt ist. Bei der bekannten Spende können sich teilweise andere Fragen und Herausforderungen ergeben.


Wie sprechen Familien über Eizellspende?

Welche Begriffe verwenden Familien für die Spenderin?

Viele Familien verwenden für die Eizellspenderin bewusst eine klare und neutrale Sprache. Häufig wird einfach der Begriff Spenderin verwendet. Wenn es um medizinische oder genetische Zusammenhänge geht – zum Beispiel im Gespräch mit Ärztinnen oder Ärzten – wird auch von der genetischen Erzeugerin gesprochen. Für jüngere Kinder wählen viele Familien einfache und kindgerechte Formulierungen, wie zum Beispiel „eine nette Frau, die uns geholfen hat“ oder „die Frau, die uns Eizellen geschenkt hat“.

Welche Begriffe werden eher vermieden?

In den meisten Familien ist der Begriff Mutter klar der Person vorbehalten, die das Kind ausgetragen hat und im Alltag begleitet. Bezeichnungen wie „(genetische) Mutter“ für die Eizellspenderin werden häufig als unpassend empfunden, da sie zu Verwirrung führen oder verletzend sein können. Wenn du mit Familien sprichst, ist es hilfreich, ihre eigene Wortwahl aufzugreifen und zu respektieren.

Gibt es Unterschiede je nach Familienform?

Ja. In Zwei-Mütter-Familien mit bekannter Spende – also wenn eine Frau die Eizellen gegeben hat und die andere das Kind ausgetragen hat – können auch Begriffe wie „genetische Mutter“ oder „leibliche Mutter“ verwendet werden. Welche Bezeichnungen passend sind, hängt dabei immer von der jeweiligen Familie und ihrem eigenen Sprachgebrauch ab.

Was meinen wir, wenn wir von „Familien“ sprechen?

Wenn wir auf dieser Seite von Familien sprechen, meinen wir alle Lebensformen mit Kindern – unabhängig davon, ob Eltern verheiratet oder unverheiratet sind oder ob ein Kind bei einer Solo-Mutter aufwächst.


Welche Herausforderungen ergeben sich für Familien?

Die rechtliche Situation und die fehlende Sichtbarkeit führen häufig zu Unsicherheiten. Viele Familien fragen sich zum Beispiel:

  • Wann und wie sprechen wir mit unserem Kind darüber?
  • Wie gehen wir im Umfeld damit um?
  • Was bedeutet das langfristig für unser Kind?

Genau hier setzt das FE-Netz an.


Was macht das FE-Netz?

Das FE-Netz ist ein Netzwerk für Familien nach Eizell- und Embryonenspende. Wir bieten Austausch, Unterstützung und Orientierung und setzen uns dafür ein, dass diese Familienform sichtbarer wird und gesellschaftlich anerkannt ist.


Berät das FE-Netz zur Eizellspende?

Nein. Aus rechtlichen Gründen dürfen wir keine Beratung zum Ablauf oder zur Durchführung einer Eizellspende anbieten. Unsere Arbeit konzentriert sich auf den Austausch von Erfahrungen und die Unterstützung von Familien.


Wie geht es für Familien weiter?

Die Fragen rund um Eizellspende enden nicht mit der Geburt eines Kindes. Für viele Familien beginnt dann ein neuer Abschnitt – mit Themen wie Aufklärung, Identität und dem Umgang im Alltag. Wie sich das konkret anfühlt und welche Wege Familien gehen, lässt sich am besten aus persönlichen Erfahrungen verstehen.
→ Zu den Erfahrungsberichten von Familien nach Eizellspende (im Aufbau)


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